Den idealen Nachfolger gefunden

Die Vorarlberger ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer-Vorsitzende Veronika Marte dankt Rainer Gögele für seinen langjährigen Einsatz als Bundesobmann von Pro Gymnasium. Seinem Nachfolger Matthias Hofer wünscht sie viel Erfolg und sichert ihm ihre Unterstützung bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele zu.

„Rainer Gögele und sein Team haben in den vergangenen sechs Jahren wertvolle Arbeit zum Erhalt des achtjährigen Gymnasiums in Österreich geleistet. Natürlich sind wir froh, dass er uns auch weiterhin im Vorstand der Vorarlberger ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer sowie von ProGymnasium als engagiertes Mitglied erhalten bleibt“, so LAbg. Veronika Marte.

Vorsitzende der Vorarlberger ÖAAB-Lehrerinnen und -Lehrer LAbg. Veronika Marte

„Matthias Hofer gratuliere ich herzlich zu seiner neuen Funktion und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit.“ In ihm sei der ideale Nachfolger von Gögele gefunden worden, der den eingeschlagenen Weg auf seine eigene Art konsequent weiter gehen werde. „Matthias Hofer hat in seinen bisherigen Funktionen gezeigt, dass er genau der richtige Mann für diese Aufgabe ist. Mit seinem Verständnis des österreichischen Schulsystems, seinem Zugang zu Bildung, seiner Erfahrung, seinem Netzwerk und insbesondere mit seinen menschlichen Qualitäten wird es ihm gelingen, wichtige Schritte im Sinne der jungen Generation zu setzen“, ist Marte überzeugt. „Wir haben bereits in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet und. er kann in jedem Fall auf die volle Unterstützung der Vorarlberger ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer setzen.“

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https://www.oeaab-vorarlberg.at/index.php/component/content/article/33-lehrer-news/108-den-idealen-nachfolger-gefunden?Itemid=101

Matthias Hofer folgt Rainer Gögele als Bundesobmann

„Ich freue mich, dass Matthias Hofer aus Tirol am 25.6.2021 einstimmig mein Nachfolger als Obmann von Pro Gymnasium Österreich geworden ist“, berichtet Rainer Gögele, der scheidende Obmann, von der Generalversammlung von Pro Gymnasium in Stams. „Er bringt als erfolgreicher Lehrervertreter, er ist als Bundesobmann der ÖAAB-AHS-Lehrer politisch erfahren und österreichweit gut vernetzt, die besten Voraussetzungen mit, um die Initiative, die sich den Erhalt und die Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums zum Anliegen gemacht hat, professionell weiterzuführen.“

Der Vorstand besteht aus Dr. Isolde Woolley (Tirol) als Vizeobfrau, Dir. Herwig Orgler (Vorarlberg) als Schriftführer, Dir. Mag. Georg Klammer (Tirol) als Kassier, Mag. Wolfgang Türtscher (Vorarlberg) als Vizekassier und als Beiräte Dir. Mag. Ronald Zecha (Tirol), Dr. Rainer Gögele (Vorarlberg), Dr. Thomas Plankensteiner (Tirol), Bundesrat Sebastian Kolland, BSc. (Tirol) und LAbg Dr. Thomas Winsauer (Vorarlberg). Als Rechnungsprüfer fungieren Mag. Wolfgang Muth und DAS Marina Floriani, beide aus Tirol. Neu im Vorstand sind Orgler, Kolland und Winsauer, Univ.-Prof. Dr. Norbert Mutz scheidet aus.

„Ich bedanke mich bei Rainer Gögele und seinem Team für die engagierte und erfolgreiche Arbeit seit 2015 im Sinne des achtjährigen Gymnasiums. In politisch unruhigen Zeiten hat Pro Gymnasium einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass das achtjährige Gymnasium politisch außer Streit gestellt wurde und die Gesamtschulpläne in Vorarlberg und Tirol von der Bildfläche verschwunden sind“, erklärte Matthias Hofer, „in diesem Sinne weiterzuarbeiten, wird meinem Team ein großes Anliegen sein!“

„Unsere Forderungen sind klar“, so Hofer, „keine weiteren Gesamtschulversuche in Österreich, sondern Konzentration auf das Wesentliche: Dabei geht es v.a. um die Frühförderung, die Änderung der Aufnahmekriterien ins Gymnasium, mehr Wertschätzung gegenüber der dualen Ausbildung, ein verstärktes Erkennen und Beheben von Defiziten und Wahrnehmung von Chancen im Kindergarten-, Vorschul- und Volksschulalter, mehr Unterstützung für die Schulen durch Psychologen, Sozialarbeiter, etc., einen qualitativen Ausbau des ganztägigen Angebots und eine Verstärkung des kostenlosen Förderunterrichts. Seit der Amtsübernahme von Bundesminister Faßmann“, betont Hofer, „sind wir auf einem guten Weg: Das österreichische Schulwesen ist nun wieder der Leistungsorientierung und dem Hausverstand verpflichtet. Das unterstützen wir! Um die Qualität des Gymnasiums zu halten bzw. wieder zu erlangen, sollten nicht mehr als etwa ein Fünftel eines Geburtsjahrgangs in die AHS-Unterstufe aufgenommen werden.“

Helikoptereltern treffen auf die Generation Schneeflocke

Unter Helikoptereltern versteht man überfürsorgliche Eltern, die sich ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu behüten und zu überwachen. Man verwendet die Metapher eines ständig um die Kinder kreisenden Beobachtungs-Hubschraubers für solche Eltern, deren Erziehungsstil durch Überbehütung und exzessive Einmischung in die Angelegenheiten der Kinder oder Heranwachsenden geprägt ist. – Die „Generation Snowflake“– Schneeflocken – sind Kinder und Jugendliche, die bei der leisesten Kritik schmelzen und mit dem Erwachsenwerden heillos überfordert sind.
Diese Begriffsbestimmung ist notwendig, um die Entscheidung des österreichischen Bildungsministeriums vom 12. März 2021 zu verstehen, die erneut die mündliche Reifeprüfung 2021 absagt und mehr als eine Schularbeit pro Semester verbietet.

Was war das doch für ein Aufatmen im österreichischen Bildungsbürgertum, als die ÖVP im Nationalratswahlkampf 2017 im Bereich Bildung „ungewohnte Töne“ anschlug: Da galt es, das „differenzierte Bildungssystem“ zu erhalten, da sollten Leistungsniveaus durch Noten dokumentiert werden, da waren plötzlich Lehrer wichtiger als schulorganisatorische Fragen, da sollten für benachteiligte Kinder die Sonderschulen wieder ausgebaut werden, die Lehre gestärkt und als Voraussetzung für einen Schulbesuch die deutsche Sprache beherrscht werden. Was heute selbstverständlich klingt, war nach drei sozialdemokratischen Bildungsministerinnen eher ungewöhnlich. Mit der schwarzblauen Regierungsbildung im Dezember 2017 bekamen diese Vorhaben mit Heinz Faßmann dann auch noch ein sympathisches Gesicht! Die an Leistung orientierte bürgerliche Bildungswelt war wieder in Ordnung!

Helikoptereltern und Schneeflocke haben eine unheilige Koalition gebildet und es geschafft, Heinz Faßmann dazu zu bringen, die mündliche Matura 2021 abzusagen und noch dazu den Schulen zu verordnen, im Sommersemester 2021 nur eine Schularbeit zu schreiben. Und das, nachdem das Semester schon einige Wochen alt ist und die Schulen ihren Schülern ganz andere Ankündigungen gemacht haben.

Das Bildungsministerium hatte im Jänner 2021 angekündigt, für die mündliche Reifeprüfung 2021 die Möglichkeit zu schaffen, die Zahl der „Themenkörbe“ bis zu einem Drittel zu kürzen – je nachdem, was schon unterrichtet worden ist. Das wird jetzt alles plötzlich ersatzlos gestrichen!

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 haben die Schulen alles unternommen, um den Unterricht unter bisher ungewohnten Bedingungen sicherzustellen – Fernunterricht, geteilter Unterricht, Selbstlernphasen – alles Dinge, die besser geklappt haben, als man sich das vorgestellt hat.

Mit diesen Einschränkungen hat die oberste Schulbehörde ihren Schulen „mitgeteilt“, dass sie es nicht geschafft haben, ihre Schüler ordentlich auf die Reifeprüfung vorzubereiten bzw. ein reguläres Schuljahr abzuwickeln. Möglich war das deshalb, weil das Ministerium mehr auf Eltern- und Schülervertreter gehört hat, denen das momentane Wohlbefinden ihrer Klientel wichtiger ist als seriöse Bildungsarbeit. Helikopter und Schneeflocke haben sich durchgesetzt!

Und was kommt 2022? – Die Maturanten dieses Jahrgangs waren in der 6. Klasse des Gymnasiums bzw. der 3. der BHS, als es zum ersten Lockdown kam. Sie werden argumentieren, dass man von ihnen keine vollwertige Matura verlangen kann, weil sie ja zwei Jahre lang keinen „ordentlichen Unterricht“ erhalten hätten.

Glaubt in Österreich noch irgendjemand, dass die traditionelle Reifeprüfung im bisherigen Umfang noch einmal stattfinden wird?

Wolfgang Türtscher
Dieser Kommentar erschien auch in der Ausgabe 2/21 der Academia, der Zeitschrift des Österreichischen Cartellverbands

Den Zugang zum Gymnasium beschränken!

„Der durch die Coronakrise noch verstärkte Zustrom zum Gymnasium vor allem in städtischen Regionen gefährdet die Qualität der Gymnasien und Mittelschulen, wenn diesem Wunsch nachgegeben wird. Wir wünschen uns, dass nicht mehr als etwa 20 % eines Geburtsjahrganges in die AHS-Unterstufe aufgenommen werden, also nur die Schülerinnen und Schüler, die besonders leistungsstark sind“, schlägt Rainer Gögele, der Obmann von Pro Gymnasium Österreich, vor. „Wer das Gymnasium erhalten will, so wie wir es uns wünschen, muss es verändern. Wenn wir wollen, dass auch unsere Enkel ein solches Gymnasium besuchen können, werden wir diesen Anspruch steigern bzw. wiedergewinnen müssen.“

Wir schlagen weiters vor:

*) Leistungsorientierte und inhaltlich anspruchsvoll ausgewiesene Lehrpläne müssen den Anspruch des Gymnasiums sicherstellen. Es ist notwendig, dass wieder verlässlich Wissen und Können und Inhalte, die allgemein als wesentlich anerkannt sind, vermittelt werden.

*) Die „kompetenzorientierte Neue Reifeprüfung“ ist zu evaluieren; insbesondere die Frage, ob sie einen Zuwachs an Wissen und Können gebracht hat, ist zu beantworten.

*) Gymnasialer Anspruch ist nur mit motivierten und fachwissenschaftlich ausgewiesenen Gymnasiallehrern zu haben.

*) So lange es keine Aufnahmeprüfung ins Gymnasium gibt, soll durch die Einbeziehung objektiver Leistungsmessungen wie der informellen Kompetenzmessung (IKM) die Entscheidung in der Volksschule leistungsorientierter erfolgen, als das bisher der Fall ist.

Wer das Gymnasium erhalten will, muss es verändern!

„Wer das Gymnasium erhalten will, so wie wir es uns wünschen, muss es verändern. Wenn wir wollen, dass auch unsere Enkel ein solches Gymnasium besuchen können, werden wir diesen Anspruch steigern bzw. wiedergewinnen müssen“, äußert sich Rainer Gögele differenziert zu den steigenden Anmeldezahlen ins Gymnasium in Vorarlberg.

Wir schlagen vor:

*) In die Unterstufe des Gymnasiums werden nur Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die besonders leistungsstark sind. Österreichweit sollen das nicht mehr als etwa 20 % eines Jahrgangs sein. Die Letztentscheidung über die Aufnahme muss grundsätzlich bei der aufnehmenden Schule liegen.

*) Leistungsorientierte und inhaltlich anspruchsvoll ausgewiesene Lehrpläne müssen den Anspruch des Gymnasiums sicherstellen. Es ist notwendig, dass wieder verlässlich Wissen und Können und Inhalte, die allgemein als wesentlich anerkannt sind, vermittelt werden.

*) Die „kompetenzorientierte neue Reifeprüfung“ ist zu evaluieren; insbesondere die Frage, ob sie einen Zuwachs an Wissen und Können gebracht hat, ist zu beantworten.

*) Gymnasialer Anspruch ist nur mit motivierten und fachwissenschaftlich ausgewiesenen Gymnasiallehrern zu haben.

„So lange es keine Aufnahmeprüfung ins Gymnasium gibt, liegt die Entscheidung bei den Volksschulen, ob ein Kind gymnasialreif ist. Dazu sind diese Schulen auch gut in der Lage. Es darf allerdings die Zahl der 1. Klassen des Gymnasiums nicht erhöht werden, sonst leidet darunter die Qualität“, ist Gögele überzeugt.